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9. Februar 2009
TUNNOCK'S ÜBERRASCHUNG
Und wir reisen weiter in die Vergangenheit zum Ende von 2008. Es ist der 10. Dezember und
ich tue mir selber etwas leid. Sollte ich nicht, da ich nur noch drei Tage bis zum Beginn
meiner Weihnachtsferien habe, aber ich bin erkältet. Eine Männererkältung, um genau zu sein,
und daher bin ich zu Hause und blase Trübsal. Es ist fast halb sechs Uhr nachmittags, Zeit zum
Gassigehen mit Dougal, und mir fällt auf, dass ich noch nicht nach der Post gesehen habe.
Ich öffne also die Haustür, um die paar Meter zum Briefkasten zu schlurfen, der außen an unserem
Tor hängt. Und dabei stolpere ich beinahe über ein Objekt, das auf der obersten Stufe
der Treppe zur Haustür liegt. Ein Päckchen. Das ist hier recht üblich. Wenn
die Post zu groß für den Briefkasten ist, wird sie nicht zum Postdepot zurückgebracht
oder bei den Nachbarn hinterlegt, sondern einfach vor die Haustür gelegt. Wo ich wohne,
herrscht ganzjährig eine gewisse Weihnachtsstimmung, aber ich frage mich, ob unser Postbote
nicht vielleicht drei Fuß groß ist und eine Neigung zu grüner Filzkleidung hat.
Nun, zurück zum Päckchen. Ich hätte es beinahe mit einem gezielten Tritt
befördert, änderte jedoch schnell meine Meinung, als ich neben dem Poststempel
einen kleinen roten Löwen mit einer Fahne entdeckte. Nicht eine lang erwartete Bestellung
von Amazon oder HMV, sondern etwas wesentlich Spannenderes: dies war ein Päckchen von Tunnock's.
Im Päckchen fand ich zahlreiche Packungen Schokoladenwaffeln und einen Brief vom schottischen
Vertriebsleiter des Unternehmens. Auf dem Briefpapier der Firma, unter dem geprägten,
edel glänzenden Briefkopf, schrieb man mir, dass Thomas Tunnock Ltd sich gefreut habe, mir
bei meiner Suche nach dem perfekten Festival geholfen zu haben. Man wisse meine Kommentare darüber
zu schätzen, dass eines der Produkte als Kind meine "Nachmittagsleckerei"
gewesen sei. Im Folgenden entschuldigte sich der Schreiber beinahe dafür, dass Tunnock's
Produkte in Deutschland nicht Fuß gefasst haben, in erster Linie wegen zu großer
Konkurrenz, daher der Grund für das Essenspaket: um "schöne Erinnerungen"
zu wecken.
Die Waffeln weckten in der Tat schöne Erinnerungen. Genau wie die, die mir von einer sehr
netten Leserin geschickt wurden, die weiß, wie es ist, wenn man in der Ferne weilt und
sich nach den merkwürdigsten Sachen sehnt (zur Information: bei ihr war das während
eines Australienaufenthalts Monster Munch). Und das Lass-uns-jedes-Tunnock's-Produkt-ausprobieren-Geschenk
von Andrew zusammen mit dem Megabüffet, das meine Cousine Nicola für Karens, Jespers und
meinen Besuch bei meiner Oma organisierte - ich habe meine erste Tunnock's Waffel mit dunkler
Schokolade probiert. Und nun ist die unterste Schublade in unserem Küchenschrank hier in
München, die Schublade unter der mit Dougals Leckerlis, bis zum Platzen mit Waffeln,
Teacakes (anscheinend bei Supergrass sehr beliebt, die die Fabrik besucht haben, um die
Teacake-Produktion zu sehen) und Snowballs gefüllt. Und alle gehören sie mir.
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